02.11.2010 - BLEIDENSTADT -- WK -Untertaunus
Von Christine Dressler
KAMPFSPORT Offene Tür bei der Judo- und Ju-Jutsu-Abteilung des TSV Bleidenstadt - Ein „Training“ mit Zuschauern
„Wir haben das Programm mit der heißen Nadel gestrickt“, verriet Ressortleiter Bert Gemmerich am Tag der offenen Tür der Judo- und Ju-Jutsu-Abteilung des TSV Bleidenstadt. Umso mehr überzeugte die kleinen und großen Besucher im Victor-Gläser-Dojo, was die mehr als 20 Kinder und fast ebenso vielen Jugendlichen und Erwachsenen vorführten. Denn sie präsentierten keine extra einstudierte Shows zu den verschiedenen Kampfsportarten der Abteilung. Stattdessen zeigten die Akteure einfach Ausschnitte aus dem regulären Training, die sie spontan zusammenstellten. Dadurch vermittelte der Tag jedem einen realistischen Eindruck von den vier Sportarten.
Kinder machen begeistert mit
Da begeisterte zum Beispiel, wie geschickt sich selbst die jüngsten Judoka-Kinder des Judo-Clubs aus dem Stand oder Lauf abrollten. Nach Ju-Jutsu-Vorführungen der Kinder, zu denen auch die Abwehr von Gefahren etwa beim Angesprochenwerden von Fremden zählten, gaben die beiden Jugendlichen Lara und Sebastian verschiedene Auftritte einen umfassenden Einblick in die Technik des Ju-Jutsu. Gemmerich erklärte, dass diese spezifisch „deutsche Selbstverteidigung“ 1968 von hohen Dan-Trägern, also Kampfsportmeistern, entwickelt wurde.
Für den neuen Sport, der unter anderem zum Sicherheitstraining der Polizei gehört, hätten sie Selbstverteidigungstechniken von Würfen bis hin zum Einsatz von Stöcken und Messern aus allen Kampfsportarten vereint. Nachdem Jugendliche und Erwachsene die ebenfalls als eigene Sparte zählende Freie Selbstverteidigung gegen verschiedene Angriffe mit offenen sowie mit verbundenen Augen vorgeführt hatten, war der letzte Programmpunkt für viele Besucher etwas völlig Neues: Gemmerich, ältere Jugendliche und Erwachsene überraschten mit der martialischen philippinischen Kampfkunst Pekiti-Tirsia Kali. Dabei fochten die Kämpfer mit Stöcken und (Gummi-) Messern gegeneinander, die im Sport die traditionellen Schwerter der Kriegskunst ersetzen.
Sport für jedes Alter
„Pekiti-Tirsia Kali kann man auch im Altern noch machen, denn man muss nicht fallen, tut aber viel für seine Beweglichkeit und Gesundheit“, schwärmte Gemmerich von der Sportart ebenso begeistert wie alle Akteure von ihrem jeweiligen Metier.
Er versprach den Interessierten: „Wir werden im Dezember einen Anfängerkurs starten.“ Voraussetzung sei ein Mindestalter von 16 Jahren, da sich Pekiti-Tirsia anders als Judo, Ju-Jutsu und Selbstverteidigung nicht für Kinder eigne.
Abteilungsleiter Eike Hofmann und TSV-Vorsitzender Gerhard Rüppel informierten genauer über die Judo- und Ju-Jutsu-Abteilung. Sie sei eine von acht im TSV Bleidenstadt, der mit gut 2000 Mitgliedern Taunussteins größter Verein ist. Von den rund 200 Abteilungsmitgliedern sind 120 aktiv, darunter 60 Kinder und 20 Jugendliche.