Historie
1969 wurde eine Kommission unter der Leitung von Altmeister Erich Reinhardt
zusammengestellt, um ein neues und praxisbezogenes Selbstverteidigungsprogramm
zusammen zu stellen. Dieses sollte dann bei den Länderpolizeien, dem
Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr als einheitliches Konzept zur Ausbildung
dienen.
Basierend auf dem Grundgedanken des traditionellen Jiu-Jitsu, verschiedene Technikgruppen
(Schlag- und Tritttechniken, Hebel- und Würgetechniken, Wurftechniken) zu kombinieren,
suchte die Kommission aus den Grundtechniken des Judo, Karate und Aikido die
effektivsten Techniken aus und fügten diese zu einem wirkungsvollen Selbstverteidigungssystem
zusammen. Dabei wurde der Gedanke etabliert, Angriffen und körperlicher Kraft
nicht durch unmittelbar zu begegnen, sondern diese situationsabhängig zu umgehen
(Siegen durch Nachgeben).
1998 wurde, bedingt durch Erfahrungen und die sich verändernde Gesellschaft, ein
überarbeitetes Prüfungsprogramm etabliert, welches den Anforderungen eines
modernen Selbstverteidigungssystems gerecht wird.
Prüfungswesen
Das Ju-Jutsu Prüfungsprogramm ermöglicht Gürtelprüfungen
vom gelbem Gürtel (1. Anfängergrad) bis zum schwarzen Gürtel
(Meister- oder Dangrad). Die einzelnen Prüfungsaufgaben sind methodisch
aufeinander aufgebaut. In einer Prüfung können die Aufgaben individuell
gelöst werden, die Techniken sind allerdings nach den Prinzipien des Ju-Jutsu
zu demonstrieren.
Die freien Anwendungsformen sind ebenfalls Teil dieser Prüfungsaufgaben.
Sie sehen die Anwendung der erlernten Techniken in einem Übungskampf vor, bei
dem es keinen Sieger oder Verlierer gibt. Ziel ist es vielmehr, den freien Kampf
ohne Wettkampfstress und ohne hohes Verletzungsrisiko zu lernen und zu üben.
Das Ju-Jutsu Prüfungsprogramm bietet dem Breiten- und Freizeitsport ein
Podium, auf dem jedermann und -frau Spaß an Kampfsport und Selbstverteidigung
findet. Die Inhalte sind zudem altersgemäß abgestimmt, was sich durch spezielle
Prüfungsaufgaben und Techniken für Erwachsene und Kinder ausdrückt.ng
Wettkampf
Ju-Jutsu bietet individuelle Wettkampfangebote für jeden Geschmack. Im
Fighting (IJJF) und im Duo-Fighting können sich die Kämpferinnen und
Kämpfer im internationalen Vergleich messen. Diese Wettkampfsysteme werden
durch das Leitungssportkonzept des DJJV gefördert. Während beim Fighting
nach sportlichen Regeln frei gekämpft wird, konkurrieren die Starter im
Duo in einem Technikwettbewerb, der nach vorgegebenen Bedingungen ausgetragen
wird.
Im Formenwettkampf zeigen die Sportlerinnen und Sportler selbst gestaltete Ju-Jutsu
Shows, die möglichst publikumswirksam sein sollen. Dabei kommen Musik,
Kostüme und Spezialeffekte zur Anwendung.
Der Ju-Jutsu Allkampf und der Ju-Jutsu Bodenkampf sind Wettkampfsysteme für
jene, die es etwas härter und praxisbezogener lieben. Die Regelwerke sind
einfach und ermöglichen einen individuellen und effektiven Kampfstil. Anfang
Frauenselbstverteidigung
Effektive Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen bedeutet zunächst,
sich Ursachen und Auswirkungen von gesellschaftlichen Wertesystemen und Rollenverhalten
bewusst zu machen. Bestimmte negative Einstellungen bzw. Verhaltensweisen müssen
hierzu in kognitiven Lernprozessen verarbeitet und adäquat ersetzt werden.
Auf diesen Erkenntnissen aufbauend lernen Frauen und Mädchen, sexuellen
Übergriffen und Belästigungen vorzubeugen (Prävention). Im Simulationstraining
(Rollenspiel) wird dann Selbstbehauptung in Konfliktsituationen eingeübt.
Für die Selbstverteidigung in Extremsituationen wurde ein Programm von
wirkungsvollen und einfachen Kampftechniken zusammengestellt, die auch von Frauen
effektiv eingesetzt werden können. Diese Techniken werden im sportlichen
Training und im Simulationstraining erlernt und geübt.
Für den Fall der Fälle zeigt das Konzept auf, bei wem Opfer von sexuellen
Übergriffen und Belästigungen kompetente Hilfe finden bzw. welche Ansprüche
sie haben. Anf
ang
Verband
Ju-Jutsu ist auf Landes- und Bundesebene, sowie auf Internationaler Ebene
organisiert. Die Bundesländer sind jeweils durch einen eigenen Landesverband im
(DJJV) vertreten. Der DJJV ist als zweitgrößter Kampfsportfachverband
seinerseits Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB). Ju-Jutsu hat sich auf allen
Kontinenten in der International Jiu-Jutsu / Jiu-Jiutsu Federation (IJJF)
etabliert. Dieser Weltverband hat inzwischen über 40 Mitgliedsstaaten.